
| Mit insgesamt knapp 90 teilnehmenden Sportlehrkräften aus allen Schulformen konnte die Fortbildungsreihe „Sicheres Springen und Landen“ an vier Standorten erfolgreich durchgeführt werden. Besonders erfreulich waren die durchweg sehr guten materiellen Bedingungen vor Ort. Dank der Kooperation mit engagierten Schulen und verlässlichen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern konnte dieses praxisorientierte Fortbildungsformat erneut in hoher Qualität umgesetzt werden.
Den Auftakt bildete ein etwa 20-minütiger theoretischer Input zu biomechanischen Grundlagen des Springens und Landens. Ergänzend wurden sicherheitsrelevante Aspekte zur Auswahl und zum sachgerechten Einsatz von Matten thematisiert, um den Teilnehmenden eine fundierte Grundlage für die anschließende Praxisphase zu geben.
Nach einer allgemeinen Erwärmung im Mattenviereck mit variantenreichen ABC-Läufen und unterschiedlichen Sprungformen widmete sich die erste praktische Phase dem sicheren Landen. In Übungen mit Drop- und Depth-Jumps setzten sich die Teilnehmenden intensiv mit der kontrollierten Kraftaufnahme beim Landen auseinander. Ein zwischengeschobener Block mit dynamischen Dehnübungen sollte gezielt auf die weiteren Belastungen vorbereiten. Im Mittelpunkt standen dabei Übungen, die größere Muskelketten ansprechen und aktuelle physiologische Erkenntnisse zur Beweglichkeitsentwicklung berücksichtigen.
In einer anschließenden Übungsphase an der Kastentreppe konnten die zuvor erarbeiteten Grundlagen zur sicheren Landung erweitert und vertieft werden. Parallel dazu war ein Stationsbetrieb aufgebaut, der sowohl als Sprungkrafttraining als auch als organisatorische Möglichkeit zur Reduzierung von Wartezeiten im Unterricht eingesetzt werden kann. Die Teilnehmenden erprobten unter anderem Präzisionssprünge, Sprungformen am Hocker bzw. an der Box, plyometrische Sprungserien über Minihürden sowie Sprünge aus dem Sitzen oder aus dem Kniestand als bewusste Kontrastübungen.
Im weiteren Verlauf stand das Springen in die Weite im Mittelpunkt. An zwei Anlagen mit Weichbodenmatten wurde eine klassische methodische Reihe umgesetzt. Durch eine erhöhte Absprungfläche, variierende Aufgaben zur Landeposition sowie zusätzliche Höhen- und Weitenmarkierungen mit Hütchen und Seilen wurden stetig neue Übungsreize gesetzt. Ziel war es, die Technik der L-Position in der Flugphase herauszuarbeiten und zu stabilisieren. Mit dem Durchschlagen einer Poolnudel in der Flugphase wurde ein weiterer koordinativer Impuls gesetzt, bevor dieser Abschnitt mit Sprüngen an einem Mattenberg abgeschlossen wurde.
Der zweite große Schwerpunkt widmete sich dem Springen in die Höhe mit Fokus auf die Flop-Technik. Hier kam die Methode der Zergliederung zum Einsatz: Zunächst wurden Landung und Anlauf separat geübt, bevor eine Visualisierungsübung zum Eindrehen mit dem Schwungbein auf einer Hockertreppe durchgeführt wurde. Erst danach folgte der eigentliche Flop-Sprung. Zur Vertiefung und Stabilisierung der Technik wurden erneut visuelle Ziele eingesetzt sowie methodische Hilfsmittel wie ein kleiner Medizinball oder ein Federball genutzt.
Im abschließenden praktischen Teil standen Stützsprünge als wichtiger Bestandteil des Gerätturnens im Fokus. Neben dem Helfen und Sichern der Springenden wurden vor allem vorbereitende Übungen für Wende, Sprunggrätsche und Sprunghocke vorgestellt. Durch reduzierte Höhen sowie angepasste Hindernisanforderungen wurde ein niedrigschwelliger und angstfreier Einstieg in diese technisch anspruchsvollen Sprungformen ermöglicht.
Die Materialien werden noch aufgearbeitet und zeitnah in der Digitalen Sporthalle veröffentlicht. Im Padlet der Unfallkasse Sachsen finden sich ebenso wichtige Informationen rund um die Sicherheit im Schulsport.
Nach knapp zwei Stunden intensiver Praxis hatten sich die Teilnehmenden eine Stärkung verdient. Die Unfallkasse Sachsen nutzte die Pause, um anhand statistischer Auswertungen auf die Bedeutung einer guten Unterrichtsorganisation sowie einer sorgfältigen Gefährdungsbeurteilung zur Prävention von Unfällen im Sportunterricht hinzuweisen.
In der abschließenden Diskussionsrunde gab es viel positives Feedback für die Referenten. Darüber hinaus wurden verschiedene aktuelle Themen angesprochen, darunter Fragen der Notengebung im Sportunterricht, die geplante Novellierung der Handreichung zur Bewertung sowie der Aktionsplan Schulsport.
Ein besonderer Dank gilt Herrn Kraus und Herrn Geiser von der Unfallkasse Sachsen für die Unterstützung der Fortbildungsreihe sowie allen Teilnehmenden für den engagierten Austausch während der gesamten Veranstaltung.
Bereits jetzt laufen die Planungen für ein neues Fortbildungsformat im Jahr 2027. Wir würden uns freuen, wenn die Teilnehmerzahlen bei diesem wohnortnahen und praxisorientierten Angebot weiter ansteigen.
Euer
Paul Döring

























